FULLAX

FULLAX – „Nicht mehr Weh“ Release-Tour 2026
Wer FULLAX noch als die nachdenklichen Chronisten der Kleinstadt-Melancholie im Ohr hat,
dürfte bei den ersten Takten ihrer neuen EP „Nicht mehr Weh“ (VÖ: Mai 2026) kurz irritiert sein.
Die Band, die sich mit Alben wie DannDannDann (2020) und Jugend ohne Plan (2024) in die
Herzen der deutschen Indie-Szene spielte, verlässt das ewige Karussell aus Selbstreflexion und
erzählerischem Indie-Rock. Die logische Konsequenz, wenn im Indie-Pop alles zerdacht ist? Die
Flucht nach vorn – hin zu einer konzentrierteren, cluborientierten Sprache.
Die neue EP macht auffällig klar, wohin die Reise geht: Die Mischung aus trockenen Drums,
treibenden French-House-Referenzen und bewusst überzeichneten 70er-Jahre-Streichern wirkt
überraschend unaufgeregt und eher wie ein pragmatischer Stilwechsel als ein großer Gestus. Anstatt Gesellschaftskritik mit dem moralischen Zeigefinger zu üben, liefern FULLAX den ironisch-
tanzbaren Soundtrack zur Status- und Selbstoptimierungs-Ästhetik. Greifbar wird dieses Prinzip in minimalen, aber aussagekräftigen Tracks wie dem stoischen Loop „Du willst es“, dem zwischen Rock-Drive und House-Schimmer pendelnden „Weh“ oder der kurzzeitig völlig überzogenen „Côte d’Azur“. Doch wer glaubt, FULLAX hätten sich live komplett der kühlen Club-Fassade verschrieben, irrt
gewaltig. Auf der „Nicht mehr Weh“ Release-Tour entfaltet sich die wahre Energie der Band genau
in dieser Reibung: Ironisch-tanzbarer Disco-Sound und 70s-Geigen prallen unvermittelt auf roughe
00er-Jahre-Indie-Gitarren und die unmissverständliche politische Kante von Songs wie „Brauner
Fluss“. Schweißtreibend, tanzbar und ein Blick über den Tellerrand, den man sich live definitiv
ansehen sollte.


